Gartenstadt Falkenberg – Die „Tuschkastensiedlung"

Mit dem Ziel, das Mietskasernen-Elend der Großstadt zu bekämpfen, entstand die Idee einer Gartenstadt vor den Toren Berlins. Nach englischem Vorbild angelegt, ist die Siedlung eine harmonische Verbindung zwischen großstädtischer und ländlicher Lebensform. Dem Leitbild der „Deutschen Gartenstadtgesellschaft" folgend, sollten hier Bewohner ohne Klassenschranken auf genossenschaftlicher Basis zusammen leben und arbeiten.

Eindrucksvoll hat Architekt Bruno Taut in der Gartenstadt Falkenberg (Bau 1913-16) bewiesen, dass Funktionalität kein Widerspruch ist zu Licht, Farbe und Freiraum.

 Die schlichte Architektur der einzelnen Häuser, akzentuiert durch die Farbgebung und der Verzicht auf jegliche Ornamentik ließen etwas „Revolutionäres" entstehen, das auch heute noch überraschend modern ist. Von Anfang an geriet die Siedlung in die Schlagzeilen. Taut galt der Farbe wegen als verhaftungswürdig. Schnell war der Begriff „Tuschkastensiedlung" geboren.

Die Siedlung steht seit 1977 unter Denkmalschutz und wurde im Juli 2008 in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen. Das Ruderparadies, der Lange See, das Strandbad Grünau und der nahe Wald laden zu Sport oder Erholung ein. Die grüne Umgebung lässt nicht sofort darauf schließen, dass die Infrastruktur so gut ausgebaut ist.

Um auch weiterhin für den Erhalt und die Pflege unserer Welterbesiedlungen Sorge tragen zu können, wurde eigens zu diesem Zweck im Frühjahr 2009 die „Stiftung Weltkulturerbe Gartenstadt Falkenberg und Schillerpark-Siedlung der Berliner Moderne" gegründet.

Weiterbau im Sinne Tauts

Am Stadtrand, zwischen den Treptower Stadtteilen Bohnsdorf und Altglienicke, erstreckt sich die "Neue Gartenstadt Falkenberg" der Berliner Bau- und Wohnungsgenossenschaft von 1892 eG. Beim neuen Bauabschnitt wurde viel Wert auf Freiraum und Effizienz gelegt. Die 60 Wohnungen, die entstehen sind für Singles, Paare, Familien und Senioren. Die Seniorenwohnungen sind teils altengerecht und barrierearm gebaut. Außerdem entstehen eine Kita und ein Jugendtreff.

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Nähere Informationen:

www.1892.de
www.welterbe-berlin.de